Entdecken Sie die Kraft des fermentierten Knoblauchs

Dienstag 15-Dezember-2020




Seit vielen Jahren wird Allium sativum, oder Knoblauch, präventiv zur Förderung der Gesundheit eingesetzt. Es ist bekannt, dass er unter anderem in Ägypten, Griechenland, China und Indien vor mehr als 5000 Jahren verwendet wurde. Er steht nicht umsonst auf
Großmutters Liste der Heilmittel zur Vorbeugung und Genesung. Neben der präventiven Anwendung kann Knoblauch auch therapeutisch eingesetzt werden, da er den Blutdruck senkt
[1] und in der Lage ist, den Blutzuckerspiegel zu senken[2]. Doch der Verzehr von rohem Knoblauch, der reichhaltigsten Quelle gesundheitsfördernder Komponenten, ist nicht für jedermann geeignet.

Einzigartige Verbindungen

Die wichtigste Komponente im Knoblauch ist Alliin (S-Allyl-L-Cysteinsulfoxid). Dies ist eine der einzigartigen schwefelhaltigen Verbindungen, die im Knoblauch enthalten ist. Bei der Verarbeitung von Knoblauch wird Alliin in Allicin (Diallylthiosulfinat) umgewandelt. Durch Schneiden und Quetschen der Knoblauchzehen brechen die Zellwände auf, wodurch das Enzym Alliinase mit Alliin in Kontakt kommt und die Umsetzung in Allicin ermöglicht wird [3, 4]. Allicin wird dann in mehr als einhundert wirksame Metaboliten umgewandelt. Aufgrund der Instabilität und Flüchtigkeit der bioaktiven schwefelhaltigen Komponenten kann die weitere Verarbeitung die Zusammensetzung und Wirksamkeit beeinflussen, z. B. nimmt die Konzentration der schwefelhaltigen Verbindungen ab, wenn Knoblauch gelagert [4] oder erhitzt [5]wird.

Die Kraft des fermentierten Knoblauchs

Durch die Fermentierung von Knoblauch kann die Konzentration aktiver schwefelhaltiger Inhaltsstoffe erhöht werden. Frischer Knoblauch wird bei höheren Temperaturen und höherer Luftfeuchtigkeit bis zu 20 Monate lang fermentiert. Während dieser Zeit färbt sich der Knoblauch dunkel. Fermentierter Knoblauch ist reich an positiven Metaboliten, einschließlich S-Allylcystein in stabiler Form mit hoher Bioverfügbarkeit [6]. Viele der positiven Eigenschaften des Knoblauchs werden dem S-Allylcystein zugeschrieben. Diese Schwefelverbindung ist daher vielfach wissenschaftlich erforscht worden.

Während der Fermentierung verliert der Knoblauch seinen starken Geruch und Geschmack, was für viele Menschen ein Vorteil gegenüber frischem Knoblauch ist. Darüber hinaus kann frischer Knoblauch manchmal gastrointestinale Nebenwirkungen verursachen. Dies ist bei fermentiertem Knoblauch nicht oder selten der Fall. Darüber hinaus wurden bis heute keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten beobachtet, und es ist sicher, ihn in höheren Dosen zu verwenden.

Natürliches Abwehrsystem

Die Produktion von schwefelhaltigen Verbindungen ist Teil des natürlichen Abwehrsystems des Knoblauchs und schützt die Pflanze vor Krankheitserregern. Diese natürlichen Insektizide schützen nicht nur die Pflanze, sondern können auch zur Unterstützung der Abwehrkräfte unseres Körpers eingesetzt werden. Das Wachstum sowohl grampositiver als auch gramnegativer Bakterien wird gehemmt, weil die Schwefelverbindungen des Knoblauchs mit bakteriellen Enzymen reagieren, die für das Wachstum des Mikroorganismus essentiell sind. Dies macht ihn zu einem wirksamen Mittel zur Unterstützung der Abwehrkräfte [7, 8]. Bei Pilzen und Hefen verursacht Knoblauch Schäden an Zellmembranen und Organellen. Diese Schäden hemmen das Wachstum und töten den Erreger [7, 8]. Knoblauchextrakte haben sich zum Beispiel als wirksam gegen das Wachstum von Candida-Pilzen erwiesen [9].

Zusätzlich zu seiner direkten antimikrobiellen Wirkung hat Knoblauch auch einen positiven Einfluss auf das Immunsystem, indem er als Antioxidans wirkt. Darüber hinaus beeinflusst Knoblauch die Aktivität von Immunzellen wie Makrophagen[10], Lymphozyten [11] und NK-Zellen [12] und reduziert die Produktion von proinflammatorischen Eicosanoiden durch Hemmung des Enzyms Cyclooxygenase [5].

Anwendungen von S-Allylcystein

Die Wirkung von S-Allylcystein zu therapeutischen Zwecken ist in vielen Studien untersucht worden. So kann fermentierter Knoblauch, der reich an S-Allylcystein ist, für folgende Zwecke verwendet werden:

-         Gegen hohen Blutdruck [1].

-         Gegen den Einfluss von Sonnenlicht [13]

-         Zur Beeinflussung der Pathogenese und des Fortschreitens der Atherosklerose [3]

-         Zur Unterstützung eines gesunden Mikrobioms [14]

-         Zur Bekämpfung des kognitiven Alterns [14]

-         Zum Schutz gegen Lipidperoxidation [15]

-         Für einen leberschützenden Effekt [3]

-         Gegen Viren und Parasiten [3, 7, 8]

Darüber hinaus wird er im Zusammenhang mit neurodegenerativen Krankheiten wie der Alzheimer-Krankheit untersucht [16, 17]. Die Substanz wird mit einer Reduktion der Neuroinflammation und einer Verringerung des Synapsenabbaus in Zusammenhang gebracht. Fermentierter Knoblauch, der reich an S-Allylcystein ist, wird daher von Forschern auch als präventives und therapeutisches Mittel bei der Alzheimer-Krankheit angesehen [16]. Für weitere Informationen über u. a. die Funktionsweise und Anwendungsmöglichkeiten von Allium sativum lesen Sie auch die Monographie.

Wissen in der Praxis

Das gesunde Image und die vielseitige Verwendung von Knoblauch machen ihn zu einem idealen präventiven und therapeutischen Mittel. Die Verwendung eines fermentierten Knoblauchextrakts kann in vielen Fällen eine Lösung darstellen. So ist er beispielsweise reich an einzigartigen schwefelhaltigen Komponenten, die eine natürliche antimikrobielle und immunregulierende Wirkung haben, aber er hat nicht den starken Geruch und Geschmack von frischem Knoblauch. Darüber hinaus bietet ein standardisierter Extrakt therapeutische Stabilität, was bei der Instabilität der Wirkstoffe im Knoblauch wünschenswert ist.

Literatur

[1]           Ried K, Frank OR, Stocks NP. Aged garlic extract reduces blood pressure in hypertensives: a dose-response trial. Eur J Clin Nutr 2012; 67: 64–70.

[2]          Saravanan G, Ponmurugan P. Beneficial Effect of S-allylcysteine (SAC) on Blood Glucose and Pancreatic Antioxidant System in Streptozotocin Diabetic Rats. Plant Foods Hum Nutr 2010; 65: 374–378.

[3]          Bayan L, Koulivand PH, Gorji A. Garlic: a review of potential therapeutic effects. Avicenna J Phytomed 2014; 4: 1–14.

[4]          Lawson LD. Garlic: A Review of Its Medicinal Effects and Indicated Active Compounds. In: Phytomedicines of Europe. American Chemical Society, pp. 176–209.

[5]          Ali M, Thomson M, Afzal M. Garlic and onions: their effect on eicosanoid metabolism and its clinical relevance. 2000; 19.

[6]          Elosta A, Slevin M, Rahman K, et al. Aged garlic has more potent antiglycation and antioxidant properties compared to fresh garlic extract in vitro. Sci Rep 2017; 7: 39613.

[7]           El-Saber Batiha G, Magdy Beshbishy A, G. Wasef L, et al. Chemical Constituents and Pharmacological Activities of Garlic (Allium sativum L.): A Review. Nutrients 2020; 12: 872.

[8]          Ankri S, Mirelman D. Antimicrobial properties of allicin from garlic. Microbes and Infection 1999; 1: 125–129.

[9]          Li W-R, Shi Q-S, Dai H-Q, et al. Antifungal activity, kinetics and molecular mechanism of action of garlic oil against Candida albicans. Scientific Reports 2016; 6: 22805.

[10]        Kim K-M, Chun S-B, Koo M-S, et al. Differential regulation of NO availability from macrophages and endothelial cells by the garlic component S-allyl cysteine. Free Radical Biology and Medicine 2001; 30: 747–756.

[11]         Liu C-T, Su H-M, Lii C-K, et al. Effect of Supplementation with Garlic Oil on Activity of Th1 and Th2 Lymphocytes from Rats. Planta Med 2009; 75: 205–210.

[12]        Wang D, Feng Y, Liu J, et al. Black garlic (Allium sativum) extracts enhance the immune system. Med Aromat Plant Sci Biotechnol 2010; 1–4.

[13]        Kim HK. Garlic Supplementation Ameliorates UV-Induced Photoaging in Hairless Mice by Regulating Antioxidative Activity and MMPs Expression. Molecules 2016; 21: 70.

[14]        Behera J, Kelly KE, Tyagi N. Altered Non-Coding RNA-Histone Acetylation Regulatory Circuit Is Associated With Cognitive Impairment via Gut Dysbiosis in Aging Mice. The FASEB Journal 2019; 33: 714.3-714.3.

[15]        Munday JS, James KA, Fray LM, et al. Daily supplementation with aged garlic extract, but not raw garlic, protects low density lipoprotein against in vitro oxidation. Atherosclerosis 1999; 143: 399–404.

[16]        Ray B, Chauhan NB, Lahiri DK. The ‘aged garlic extract:’ (AGE) and one of its active ingredients S-allyl-L-cysteine (SAC) as potential preventive and therapeutic agents for Alzheimer’s disease (AD). Curr Med Chem 2014; 18: 3306–3313.

[17]         Mathew BC, Biju RS. Neuroprotective Effects of Garlic A Review. Libyan J Med; 12.


 

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