Vitamin D bei Reizdarmsyndrom

Freitag 23-Dezember-2016

Eine neue Studie zeigt, dass Vitamin D wirksam zur Behandlung des Reizdarmsyndroms eingesetzt werden kann. Bei dieser Pilotstudie der Universität Graz (AU) handelt es sich nach Angeben der Forscher um die erste In-vivo-Studie zur Wirkung von Vitamin D auf die Darmflora.

 

Es wird angenommen, dass ein Zusammenhang zwischen einer gestörten Darmflora und Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes wie Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn und Darminfektionen besteht. Die Studie zeigt, dass es sinnvoll ist, in solchen Fällen zusätzliches Vitamin D3 zu supplementieren. Aber warum wirkt das eigentlich?

 

„Vitamin D besitzt eine positive Wirkung auf die menschliche Gesundheit, aber es lagen bisher noch immer nicht genügend In-vivo-Daten zur Wirkung von Vitamin D3 auf das Mikrobiom des Darms vor. Daher haben wir die Wirkung von oraler Vitamin-D3-Supplementierung auf die Darmflora bei gesunden Probanden untersucht“, erklären die Wissenschaftler der Universität Graz.

 

Aufbau der Studie

Bei die Pilotstudie wurden Endoskopien bei sechzehn gesunden Freiwilligen durchgeführt, die über 8 Wochen ein Vitamin-D3-Supplement erhielten. Sowohl zu Beginn als auch am Ende der Studie wurden Proben aus Magen, Dünndarm, Dickdarm und Stuhl entnommen. Auf dieser Grundlage wurde die Zusammensetzung des Mikrobioms im Darm bestimmt.

 

Eine Supplementierung mit Vitamin D3 führte offenbar zu einer Verbesserung der Vielfalt der Flora in Magen und Dünndarm. Außerdem wurden dort weniger gramnegative Bakterien einschließlich pathogener Spezies der Gattungen Pseudomonas, Escherichia und Shigella gefunden. Im Dickdarm und im Stuhl wurden keine Veränderungen festgestellt.

 

Vorläufiges Fazit

„Vitamin D3 moduliert die Darmflora des oberen Verdauungstraktes. Dies könnte erklären, warum Vitamin D3 eine positive Wirkung auf entzündliche Darmerkrankungen und bakterielle Infektionen besitzt“, erklären die Forscher.

 

Die Studie unterstützt die Verwendung hoher Dosen von Vitamin D3 bei entzündungsbedingten Störungen des Darms und als Adjuvans bei Infektionen mit Pathogenen wie beispielsweise E. coli. Aber auch präventiv können hohe Dosen von Vitamin D3 eingesetzt werden, zum Beispiel, um das Mikrobiom artenreicher werden zu lassen und so die Ansiedlung opportunistischer Bakterien zu verhindern.

 

Neben einer günstigen Wirkung auf den Darm übt die Wechselwirkung zwischen Vitamin D3 und der Darmflora über die Darm-Hirn-Verbindung höchstwahrscheinlich auch eine positive Wirkung auf das Wohlbefinden und die psychische Funktion aus.

 

Literatur

Mina Bashir, Barbara Prietl, Martin Tauschmann, Selma I. Mautner, Patrizia K. Kump, Gerlies Treiber, Philipp Wurm, Gregor Gorkiewicz, Christoph Högenauer, Thomas R. Pieber, Effects of high doses of vitamin D3 on mucosa-associated gut microbiome 

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