Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Status der Mutter und Lernstörungen des Kindes

Mittwoch 23-November-2016

Es besteht möglicherweise ein Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Status bei Schwangeren und Lernproblemen bei deren Kindern. Für die Studie, die vor kurzem im American Journal of Epidemiology veröffentlicht wurde, waren die Daten von mehr als 800.000 Kindern ausgewertet worden.

Es scheint, dass Lernstörungen bei Kindern, die zwischen Januar und März gezeugt wurden, häufiger auftreten. Dies ist die Jahreszeit, in der bei den meisten Menschen in unseren Breiten nicht genügend Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht gebildet wird. Dies führt möglicherweise dazu, dass Kinder, die im Oktober, November oder Dezember geboren werden, häufiger unter Lernstörungen leiden. 

Mehr als 800.000 Kinder

Für die Studie wurden die Gesundheits- und Bildungsdaten von mehr als 800.000 Kindern, die zwischen 2006 und 2011 schottische Schulen besucht hatten, ausgewertet. Neben der University of Cambridge (England) wirkten an dieser Studie auch die University of Glasgow (Schottland), der britische National Health Service und die schottische Regierung mit. 

 

Die Studie ergab, dass 8,9 Prozent der zwischen Januar und März gezeugten Kinder unter Lernschwierigkeiten litten. Von den zwischen Juli und September gezeugten Kindern – die folglich zwischen April und Juni geboren wurden – waren nur 7,6 Prozent betroffen. 

Autismus und Legasthenie

Die Wissenschaftler zeigten, dass dieser Unterschied hauptsächlich auf ein vermehrtes Auftreten von Autismus, psychischen Störungen und Lernstörungen wie Legasthenie zurückzuführen ist. Hinsichtlich anderer Arten von Lernstörungen, die durch visuelle oder auditive Behinderungen verursacht werden, wurde kein saisonales Muster gefunden. Auch schien kein Zusammenhang mit dem Auftreten körperlicher Beschwerden zu bestehen.

Erste drei Monate sind entscheidend

Zu diesem Ergebnis gelangen die Forscher, ohne die Vitamin-D-Werte tatsächlich gemessen zu haben. Trotzdem stellt dies ihrer Ansicht nach die plausibelste Erklärung dar. Denn gerade die ersten drei Monate der Schwangerschaft sind besonders wichtig für die Gehirnentwicklung. Wenn diese drei Monate auf den Anfang des Jahres fallen, wird von der Mutter nicht genügend Vitamin D gebildet, um eine gute Entwicklung des Gehirns zu gewährleisten. Dies wurde den Forschern zufolge bereits in früheren Untersuchungen festgestellt.

 

„Wenn der Vitamin-D-Status tatsächlich eine Erklärung für die saisonalen Schwankungen darstellt, die wir in dieser Studie beobachtet haben, können wir nur hoffen, dass schwangere Frauen der Empfehlung folgen, während der Schwangerschaft bereits frühzeitig zusätzliches Vitamin D einzunehmen, um diese Schwankungen auszugleichen. Dadurch ließen sich 11 Prozent aller Lernstörungen verhindern“, erklären die Forscher. 

 

Allerdings räumen die Forscher ein, dass möglicherweise auch noch eine weitere Erklärung für das beobachtete Phänomen in Frage kommt: Grippeerkrankungen treten bei Schwangeren ebenfalls am häufigsten in der Zeit von Januar bis März auf und könnten möglicherweise auch zu den beobachteten Lernstörungen bei Kindern führen.

Literatur

Daniel F. Mackay, Gordon C. S. Smith, Sally-Ann Cooper, Rachael Wood, Albert King, David N. Clark, Jill P. Pell, Month of conception and learning disabilities: A record-linkage study of 801,592 children, American Journal of Epidemiology, september 2016.

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