Zusammenhang zwischen Hefe-Infektionen und Schizophrenie bei Männern

Dienstag 24-Mai-2016

Forscher der Johns Hopkins University (USA) haben festgestellt, dass bei männlichen Schizophreniepatienten zuvor häufiger Hefe-Infektionen aufgetreten sind als bei anderen Männern. Weiterhin haben Sie festgestellt, dass weibliche Schizophreniepatienten, bei denen bereits einmal Hefe-Infektionen aufgetreten waren, schlechter bei einem Standardgedächtnistest abschnitten als andere Patientinnen.

 

Candida albicans ist ein hefeähnlicher Pilz, der von Natur aus im Menschen vorhanden ist. Eine übermäßige Vermehrung verursacht Brennen, Juckreiz und Hautausschläge, vor allem bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, Kindern und älteren Menschen. Außerdem verursacht Candida sexuell übertragbare Infektionen bei Männern und Frauen. Bei den meisten Menschen wird eine übermäßige Vermehrung durch die im Körper vorhandenen nützlichen Bakterien in Schach gehalten.

Aufbau der Studie

Für die Studie wurden Blutproben von 808 Personen genommen. Von diesen litten 261 Personen unter Schizophrenie und 270 unter bipolaren Störungen. Die gesunde Kontrollgruppe bestand aus 277 Personen. Mithilfe der Blutproben wurde ermittelt, wie viele Antikörper gegen Candida im Blut vorhanden waren. Die gemessenen Werte erlaubten Rückschlüsse darauf, ob bei der betreffenden Person in der Vergangenheit eine Hefe-Infektion vorgelegen hatte. Anschließend wurde untersucht, ob ein Zusammenhang mit psychischen Störungen festgestellt werden konnte.

 

Bei der Gruppe als Ganzes wurde kein Zusammenhang gefunden. Wurden jedoch nur Männer mit Schizophrenie berücksichtigt, zeigte sich, dass bei 26 Prozent von ihnen schon einmal eine Candida-Infektion aufgetreten war. Das sind 12 Prozent mehr als in der Kontrollgruppe. Bei Frauen konnte übrigens kein Unterschied festgestellt werden. Außerdem wurde bei Männern kein Zusammenhang zwischen Hefe-Infektionen und bipolaren Störungen gefunden. 

Gedächtnisprobleme bei Frauen

Bei allen Teilnehmern wurde ein Test zur Messung von Merkfähigkeit, Konzentration, Sprachfertigkeit und visueller Raumvorstellung durchgeführt. Wie sich zeigte, schnitten Frauen, die unter Schizophrenie oder bipolarer Störung litten und bei denen bereits einmal eine Candida-Infektion aufgetreten war, bei den Gedächtnistests schlechter ab als Frauen, bei denen noch nie eine Infektion aufgetreten war.

 

„Da Candida ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Mikrobioms ist, können übermäßiges Wachstum oder eine Infektion dazu führen, dass die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn gestört wird. Dies kann in Verbindung mit einem anormal funktionierenden Immunsystem zu einer Störung derjenigen Prozesse im Gehirn führen, die für das normale Funktionieren des Gedächtnisses wichtig sind“, erklären die Forscher.

Behandlung und Prävention

Frühzeitiges Gegensteuern ist wünschenswert. „Die meisten Candida-Infektionen können in einer frühen Phase behoben werden. Daher sollten Gesundheitsexperten besonders stark auf diesen Aspekt achten, insbesondere bei Patienten mit psychischen Störungen.“

 

Candida-Infektionen kann durch den Verzehr von weniger Zucker und eine ausgewogene Ernährung vorgebeugt werden. Darüber hinaus ist es ratsam, Antibiotika zu vermeiden, wenn ein Einsatz nicht wirklich notwendig ist. Auch gute Körperhygiene ist wichtig. 

Behandlung speziell für Frauen

Abgesehen von den oben genannten Anpassungen des Lebensstils kann bei Frauen die Verwendung von vaginalen Probiotika bei Candida-Infektionen Abhilfe bringen. Vaginale probiotische Stämme sind unter anderen Lactobacillus rhamnosus und Lactobacillus plantarum. Diese Stämme sind natürlicherweise in mehr oder minder starkem Ausmaß in der Vagina angesiedelt. Sie wandeln das in der Vagina vorhandene Glycogen in Milchsäure um und bilden Wasserstoffperoxid. Dies führt zu einer Verringerung des Säuregrades in der Vagina, wodurch diese besser gegen Krankheitserreger wie Pilze und Hefen geschützt ist. Außerdem kann es eingesetzt werden, um bereits bestehende Infektionen zu behandeln.

Literatur

Emily G Severance et al. Candida albicans exposures, sex specificity and cognitive deficits in schizophrenia and bipolar disorder, npj Schizophrenia (2016)

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