Zusammenhang zwischen Alzheimer und Mundflora

Samstag 12-März-2016

Zwischen der Entstehung der Alzheimer-Krankheit und einer hohen Aufnahme von Zucker und Kohlenhydraten scheint ein starker Zusammenhang zu bestehen. Einige Wissenschaftler bezeichnen diese Erkrankung daher auch als „Typ-3-Diabetes“. Aber könnte sie auch etwas mit unserer Mundflora zu tun haben?

 

Bei der Alzheimer-Krankheit scheinen Gehirnzellen weniger sensitiv gegenüber Insulin und dem Wachstumsfaktor IGF-1 (Insulin-Like-Growth-Factor) zu sein. Wie bei Diabetes führt dies schließlich zu einer Insulinresistenz. Als Ergebnis werden die Gehirnzellen ausgehungert, während gleichzeitig zu viel Glucose vorhanden ist. Die Bezeichnung „Typ-3-Diabetes“ ist daher gar nicht so abwegig. 

Zucker als Futter für Pathogene

Aber könnte der Zusammenhang mit dem Zuckerverbrauch nicht (auch) auf etwas anderes hindeuten? Zucker ist immer auch Futter für pathogene Bakterien. In dieser Hinsicht fungiert er im Mund nicht anders als im Darm: Je mehr Zucker wir unseren schädlichen Bakterien zuführen, desto stärker werden sie die Oberhand gewinnen. Dadurch gerät unser orales Mikrobiom aus dem Gleichgewicht. Aber was ist daran eigentlich so schlimm?

 

Die pathogene Mikroflora produziert toxische Stoffwechselprodukte, die anschließend in die Blutbahn gelangen. Diese Giftstoffe verbreiten sich im ganzen Körper, auch im Gehirn. Es handelt sich sozusagen um ein leaky mouth: Die Giftstoffe können im Körper zu chronischen Low-grade-Entzündungen führen. Entzündungen des Gehirns sind für die Alzheimer-Krankheit charakteristisch.  

Faszinierende Ergebnisse

In zunehmendem Maße wird eine Dysregulation der Mundflora mit chronischen degenerativen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Ein norwegischer und ein britischer Forscher haben kürzlich eine interessante gemeinsame Studie veröffentlicht, in der sie dies überzeugend belegen. Sie stützen ihre Argumentation auf über 200 Publikationen zu diesem Thema. 

 

Bisher wurden vor allem Spirochäten und Porphyromonas gingivalis mit Alzheimer in Verbindung gebracht. Den Wissenschaftlern zufolge können jedoch alle im Mund vorhandenen entzündungsfördernden Bakterien und Pilze über undichte Barrieren geistigen Verfall und die Alzheimer-Krankheit verursachen. Auffallende Beispiele sind Candida und Herpes, aber es gibt viele weitere Stämme, die unser Gehirn beeinflussen könnten.

Eine gesunde Mundflora pflegen

Weniger Zucker und Kohlenhydrate zu sich nehmen ist natürlich die Nummer eins. Darüber hinaus gibt es inzwischen spezifische orale Probiotika, die eine gute Balance zwischen nützlichen und schädlichen Bakterien im Mund fördern. Insbesondere haben L. paracasei, L. plantarum, L. rhamnosus, L. casei, L. fermentum und L. salivarius eine starke anti-pathogene Wirkung. Obendrein besitzen sie entzündungshemmende Eigenschaften. Außerdem scheinen sie auch die Wiederherstellung der Mundbarriere zu fördern, da sie selbst Bakterizide bilden.

 

Weitere Hintergrundinformationen finden Sie in unserer wissenschaftlichen Monographie „Orale Probiotika“.

Literatur
  1. Olsen I, Singhrao SK. Can oral infection be a risk factor for Alzheimer\'s disease? J Oral Microbiol. 2015 Sep 17;7(0):29143.
  2. http://www.naturafoundation.nl/monografie/orale_probiotica.html

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