Neue Studie zu Zink und Selen bei COVID-19

Mittwoch 17-November-2021

Professor Du Laing von der Universität Gent veröffentlichte kürzlich einen Artikel über das Vorhandensein von Spurenelementen im Blut von Patienten mit COVID-19. Darin beschreibt der Professor, dass ein unzureichender Zink- und/oder Selenstatus bei der Aufnahme ins Krankenhaus mit einem schwereren Verlauf von COVID-19 und einem höheren Sterberisiko verbunden ist. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über diese Studie und die Bedeutung einer optimalen Zink- und Selenaufnahme.

 

Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Zink- und Selenmangel und dem Schweregrad von COVID-19

Bei der von Professor Gijs Du Laing durchgeführten Studie handelt es sich um eine Querschnittsbeobachtungsstudie, die in zwei Krankenhäusern in Gent durchgeführt wurde. Bei der Aufnahme ins Krankenhaus wurde bei 79 COVID-19-Patienten die Zink- und Selenkonzentration im Blut gemessen. Daraufhin wurden diese Patienten weiter beobachtet, um festzustellen, ob es einen Zusammenhang zwischen niedrigeren Zink- und/oder Selenspiegeln und der Schwere des Krankheitsverlaufs oder dem Tod durch COVID-19 gibt. 

Schweregrad von COVID-19 steht im Zusammenhang mit dem Zink- und Selengehalt

In dieser Studie wurden bei der Mehrzahl der Patienten, die mit einer COVID-19-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert wurden, besonders niedrige Selen- und Zinkwerte festgestellt. 

Die Schwere der Erkrankung und die Dauer des Krankenhausaufenthalts waren im Allgemeinen mit einem Selenmangel verbunden, der bereits bei der Aufnahme ins Krankenhaus nachweisbar war. 

Bei Krebspatienten, die mit COVID-19 eingeliefert wurden, lag ein besonders hoher Selen- und Zinkmangel im Plasma vor. Krebspatienten, die einen guten Selenstatus aufwiesen, hatten auch eine höhere Überlebensrate.

Das Sterberisiko war bei Selen- und Zinkmangel erhöht, insbesondere bei übergewichtigen Menschen und Menschen mit chronischen Herzerkrankungen, Krebs und Diabetes. Es wird vermutet, dass Selen- und Zinkmangel die negativen Auswirkungen dieser Erkrankungen auf eine adäquate Immunreaktion bei COVID-19 noch verstärken können.

 

Wirkungsweise von Zink und Selen

Die verringerte Selenkonzentration ist wahrscheinlich direkt auf die Virusinfektion zurückzuführen, da die bei Patienten mit COVID-19 beobachteten Konzentrationen weit unter den Referenzwerten liegen und sich bei den meisten Überlebenden wieder auf normale Werte erholen. Inwieweit Menschen mit einem niedrigen Selenstatus auch anfälliger für Infektionen, schwerere Krankheitsverläufe und Krankenhausaufenthalte sind, ist derzeit nicht bekannt. Dennoch können eine suboptimale Immunantwort und eine unterdrückte Aktivität der Immunzellen bei Selenmangel als ein möglicher zugrunde liegender Wirkmechanismus angenommen werden.

Nach Selen ist Zink das zweitwichtigste Spurenelement für Immunzellen, die zur Bekämpfung einer Infektion mit SARS-CoV-2 benötigt werden. Zinkmangel wurde bereits als ein Risikofaktor für den Tod durch COVID-19 beschrieben. So wurde beispielsweise in einer klinischen Studie mit Patienten, die einen Zinkgehalt von 800 µg pro Liter oder mehr im Blut aufwiesen, kein Todesfall durch COVID-19 beobachtet. Das Sterberisiko bei Zinkwerten unter diesem Grenzwert betrug 18,5 %.  

Trotzdem erholt sich der niedrige Zinkstatus nach einem Krankenhausaufenthalt relativ schnell. Der rasche Rückgang bei einer Infektion ist möglicherweise auf eine Umverteilung des verfügbaren Zinks zwischen Blut- und Immunzellen zugunsten der Immunzellen zurückzuführen. 

 

Wissen in der Praxis

Angesichts des nachgewiesenen Zusammenhangs zwischen niedrigen Selen- und Zinkkonzentrationen und einem erhöhten Risiko für eine schwerwiegende COVID-19-Erkrankung liegt es nahe, in jedem Fall eine optimale Zufuhr dieser Spurenelemente zu gewährleisten. Ein optimaler Selenstatus ist zusätzlich auch für die Genesung des Gehirns nach einer Corona-Infektion notwendig. Darüber hinaus wird Zink- und/oder Selenmangel nicht nur mit schweren COVID-19-Erkrankungen in Verbindung gebracht, sondern auch mit einer Reihe von Krankheiten wie Herz-Kreislauf- und Autoimmunerkrankungen. Grund genug, die Zufuhr von Selen und Zink unter die Lupe zu nehmen.

Zink ist ein essentieller Mineralstoff, der von Natur aus in pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln vorkommt. Dazu gehören:

 

  • Austern (sehr hoher Zinkgehalt im Vergleich zu anderen Nahrungsquellen) 
  • Leber
  • Rotes Fleisch
  • Krabben und Hummer
  • Bohnen
  • (Pekan-)Nüsse
  • Samen (wie Kürbiskerne)
  • In geringerem Maße Geflügel und Fisch

Gemüse und Obst enthalten relativ wenig Zink. Bei der Raffinierung von Getreide gehen bis zu 80 % des Zinks verloren. Die Bioverfügbarkeit von Zink aus Getreide und pflanzlichen Nahrungsmitteln ist außerdem geringer als diejenige aus tierischen Nahrungsmitteln.

Folgende Lebensmittel sind reich an Selen:

  • Fisch
  • Schalen- und Krustentiere
  • Eier
  • In geringerem Maße auch Pilze, Kohl, Zwiebel und Knoblauch 

Vor allem Vegetarier und Veganer sollten daher auf ihre Zink- und Selenaufnahme achten. 

Bei Mangelerscheinungen oder erhöhtem Bedarf, z. B. bei Vegetariern, Rauchern, älteren Menschen oder Menschen mit Grunderkrankungen wie Darmerkrankungen oder Diabetes, kann eine Supplementierung mit diesen Spurenelementen von Bedeutung sein. Nehmen Sie in diesem Fall die Darreichungsformen Selenomethionin und Zinkmethionin. Dabei handelt es sich nämlich um geeignete und leicht absorbierbare Formen von Selen und Zink. 

 

Weitere Informationen über Selen und Zink finden Sie in unseren Monographien über Zink und Selen. 

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