Wie wirkt Hustensaft?

Montag 23-November-2020



Wenn Sie unter Husten leiden, kann ein Hustensaft helfen, die Beschwerden zu lindern. Diese Hustensäfte sind oft frei verkäuflich und können sehr wirksam sein. Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie weniger husten müssen, wenn Sie einen Hustensaft oder einen Hustensirup einnehmen? Wie wirkt ein Hustensaft genau, und was sind die notwendigen Zutaten für einen wirksamen Hustensaft?

 

Warum müssen Sie husten?

 Ein gelegentliches Husten ist ganz normal. Wir husten nämlich, um Fremdstoffe, die unsere Atemwege reizen, durch einen neurologischen Hustenreflex herauszubefördern. Ein lang anhaltender Husten kann jedoch auch auf eine Virusinfektion wie eine banale Erkältung, eine Grippe oder eine Bronchitis hinweisen. Husten kann auch die Folge des Kontakts mit einem Reizstoff, Zigarettenrauch, Schleim, Allergenen, Magensäure bei Reflux oder Capsaicin in Chilischoten sein. Vor allem wenn mehrere Reize vorhanden sind, lösen sie auf synergetische Weise einen Hustenreflex aus.

 Alle diese Substanzen reizen direkt oder indirekt unsere Hustenrezeptoren, die sich im Rachen und in den oberen Atemwegen befinden. Von den Rezeptoren gehen afferente Nerven zum Hirnstamm, wo schließlich der Hustenreflex ausgelöst wird. Diese neurologische Signalübertragung von den Hustenrezeptoren zum Hirnstamm erfolgt mit Hilfe der Neurotransmitter Glutamat und Neurokinin.

 

Wie wirken klassische Hustenmittel?

Klassische Hustenmittel sind Hustenstiller, auch Antitussiva oder Hustenblocker genannt, oder schleimlösende Medikamente. Antitussiva blockieren den Hustenreflex, so dass der Husten weniger häufig auftritt. Antitussiva enthalten oft die Substanz Dextromethorphan. Dies ist ein Antagonist des Glutamatrezeptors. Dextromethorphan sorgt somit dafür, dass das Signal der Hustenrezeptoren nicht an den Hirnstamm weitergeleitet werden kann und daher der Hustenreflex nicht auftritt [1]. Auch die bekannte Substanz Codein unterdrückt diesen zentralen Hustenreflex. Codein hat einen Opioid-Effekt auf das Gehirn, wodurch sowohl Schmerzen als auch Husten unterdrückt werden können[2]. Diese Medikamente, vor allem Codein, müssen mit Bedacht verwendet werden. Sie können eine betäubende oder abhängig machende Wirkung haben.

 

Welche Kräuter helfen bei Husten?

Wenn Sie keine Medikamente einnehmen möchten, aber dennoch den Husten lindern wollen, können Sie pflanzliche Stoffe wählen, die von Natur aus hustenstillend oder schleimlösend wirken. Einer der bekanntesten natürlichen Hustenstiller ist Thymian (Thymus vulgaris). Die Bestandteile des Thymians, die am stärksten gegen Husten wirken, sind die ätherischen Öle Thymol und Carvacrol. Thymian kann bei einem sehr breiten Spektrum von Gesundheitsproblemen eingesetzt werden. Er wirkt antimikrobiell, antiviral, entzündungshemmend und antioxidativ. Auf diesen Wegen kann Thymian die Schleimproduktion in den oberen Atemwegen schnell reduzieren, wodurch die Atmung erleichtert und der Husten reduziert wird. Darüber hinaus entspannt Thymian auch die Muskeln der Atemwege, was den Hustenreiz reduziert [3,4].

 Um eine optimale Wirkung zu erzielen, wird Thymian in einem Kräutersirup oft mit anderen Pflanzen wie Pfefferminze kombiniert (Mentha x piperita). Menthol, der Wirkstoff der Pfefferminze, verleiht Hustensäften oder Hustenbonbons einen typischen Geschmack, wird aber nicht nur wegen seines Geschmacks verwendet. Menthol hat nämlich eine leicht betäubende Wirkung auf die Hustenrezeptoren, so dass der Hustenreflex vermindert wird [5].

 Thymian und Pfefferminze werden oft auch noch mit Anis kombiniert (Pimpinella anisum). Anis wirkt auf der Ebene der oberen Atemwege vor allem schleimverdünnend, so dass der Schleim sich einfacher lösen und abgehustet werden kann und sowohl Infektion als auch Husten schneller verschwinden [6].

 Eine weitere Pflanze, die für ihre beruhigende Wirkung auf die oberen Atemwege bekannt ist, ist Salbei (Salvia officinalis). Salbei kann wegen seiner entzündungshemmenden, antioxidativen, antiviralen, antimikrobiellen und analgetischen Eigenschaften ebenfalls breit eingesetzt werden. Studien haben gezeigt, dass Salbei die Häufigkeit und Intensität des Hustens signifikant reduziert [7]. Auch Spitzwegerich (Plantago Lanceolata), Roter Sonnenhut (Echinacea purpurea) und Nachtkerzennöl können Bestandteile eines wirksamen Kräutersirups sein [8–10].

 

Wissen in der Praxis

 Es ist natürlich wichtig, die Ursache des übermäßigen Hustens zu finden. Wenn Sie zudem den lästigen Husten schnell loswerden möchten, denken Sie an einen Kräutersirup. Die Natur hat uns nämlich viel zu bieten. Auf diese Weise müssen Sie keine unnötigen Medikamente einnehmen und leiden nicht unter Nebenwirkungen. Neben der lindernden Wirkung auf die oberen Atemwege bieten die Inhaltsstoffe solcher Kräutersirupe nur Vorteile für Ihre Gesundheit.

Literatur

1.            Canning BJ. Central regulation of the cough reflex: Therapeutic implications. Pulmonary Pharmacology & Therapeutics. april 2009;22(2):75–81.

2.            Vora A, Nadkar MY. Codeine: A Relook at the Old Antitussive. J Assoc Physicians India. april 2015;63(4):80, 82–5.

3.            Nagoor Meeran MF, Javed H, Al Taee H, Azimullah S, Ojha SK. Pharmacological Properties and Molecular Mechanisms of Thymol: Prospects for Its Therapeutic Potential and Pharmaceutical Development. Front Pharmacol. 2017;8:380.

4.            Schönknecht K, Krauss H, Jambor J, Fal AM. [Treatment of cough in respiratory tract infections - the effect of combining the natural active compounds with thymol]. Wiad Lek. 2016;69(6):791–8.

5.            Eccles R. What is the Role of Over 100 Excipients in Over the Counter (OTC) Cough Medicines? Lung. oktober 2020;198(5):727–34.

6.            Sun W, Shahrajabian MH, Cheng Q. Anise (Pimpinella anisum L.), a dominant spice and traditional medicinal herb for both food and medicinal purposes. Sabatini S, redacteur. Cogent Biology. 1 januari 2019;5(1):1673688.

7.            Nosalova G, Sutovska M, Mokry J, Kardosova A, Capek P, Khan MTH. Efficacy of herbal substances according to cough reflex. Minerva Biotecnologica. 1 september 2005;17:141–52.

8.            Kemmerich B. Evaluation of efficacy and tolerability of a fixed combination of dry extracts of thyme herb and primrose root in adults suffering from acute bronchitis with productive cough. A prospective, double-blind, placebo-controlled multicentre clinical trial. Arzneimittelforschung. 2007;57(9):607–15.

9.            Barth A, Hovhannisyan A, Jamalyan K, Narimanyan M. Antitussive effect of a fixed combination of Justicia adhatoda, Echinacea purpurea and Eleutherococcus senticosus extracts in patients with acute upper respiratory tract infection: A comparative, randomized, double-blind, placebo-controlled study. Phytomedicine. december 2015;22(13):1195–200.

10.         Franova S, Nosalova G, Mokry J. Phytotherapy of cough. In: Khan MTH, Ather A, redacteuren. Advances in Phytomedicine [Internet]. Elsevier; 2006 [geciteerd 28 oktober 2020]. p. 111–31. (Lead Molecules from Natural Products; vol. 2). Beschikbaar op: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1572557X05020076

 

 

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