Die Kraft von Vitamin C im Kampf gegen das Coronavirus

Dienstag 16-Juni-2020


In vorangehenden Artikeln haben wie Sie bereits über das Coronavirus informiert: um welche Art Virus es sich bei dem Coronavirus handelt, welche Virusvarianten es gibt und wie unser Immunsystem reagiert, wenn der Körper mit dem Virus infiziert ist. Auch haben wir ausführlich beschrieben, welche Möglichkeiten Sie selbst haben, um ihr Immunsystem zu unterstützen. Wir haben unseren Artikel über Vitamin C um aktuelle Updates und Erkenntnisse ergänzt.

Akutes Lungenversagen (Acute Respiratory Distress Syndrome/ARDS) und das Coronavirus

Eine Infektion mit dem Coronavirus führt zu der Erkrankung COVID-19, die in den meisten Fällen einen milden Verlauf hat. Bei manchen Menschen jedoch kommt es zu schwereren Verläufen und sogar zu Todesfällen. Eine Infektion mit dem Coronavirus kann zu einem akuten Lungenversagen (ARDS) führen. Das wesentliche Merkmal des akuten Lungenversagens ist ein signifikant erhöhter oxidativer Stress im Körper aufgrund eines schnellen Anstiegs von freien Radikalen und von Zytokinen des Immunsystems. Beim akuten Lungenversagen kommt es dadurch zu starken Zellschäden und zum Organversagen der Lunge.

Intravenös verabreichtes Vitamin C im Kampf gegen das Coronavirus

In verschiedenen Ländern arbeitet man mit Hochdruck an einem adäquaten Ansatz gegen das Coronavirus. Einer der Stoffe, die dabei viel Aufmerksamkeit bekommt, ist Vitamin C.

Über Vitamin C wissen wir bereits länger, dass es u. a. die Abwehrkräfte stimuliert und die Genesung nach einer Erkrankung beschleunigt. Es ist ein essentielles Element im antioxidativen System des Körpers. Vitamin C ist daher ein unverzichtbarer Nährstoff für die Funktion des Immunsystems. So stellt sich auch die Frage, inwiefern eine zusätzliche Einnahme von Vitamin C eine erfolgversprechende Intervention bei einer Infektion mit dem Coronavirus sein kann.

Eine Metaanalyse von 12 Studien mit 1.766 Patienten auf Intensivstationen zeigte, dass Vitamin C die Aufnahmedauer auf der Intensivstation um 8 % verkürzte. Eine weitere Metaanalyse von 8 Studien ergab, dass Vitamin C die Dauer einer Beatmung bei Patienten, die am längsten beatmet werden mussten, verkürzte. Es gibt Hinweise darauf, dass der Vitamin-C-Spiegel bei schwer kranken Patienten stark sinkt.


Orale Verabreichung von Vitamin C

Auch wenn die Studien bezüglich hoher Dosierungen von intravenös verabreichtem Vitamin C sehr interessant und vielversprechend sind, ist es auch wichtig zu fragen, inwiefern niedrigere Dosierungen, die oral in Form eines guten Vitamin-C-Präparats eingenommen werden, ebenso helfen können. Dies scheint der Fall zu sein.

Obwohl 0,1 Gramm Vitamin C täglich bei einer gesunden Person einen normalen Plasmaspiegel aufrechterhalten kann, sind bei schwer kranken Menschen viel höhere Dosierungen (1 - 4 Gramm täglich) notwendig, um den Plasmaspiegel wieder in den normalen Bereich zu bringen. Dies sind Mengen, die auch oral eingenommen werden können.

 

Vitamin C ist ein wesentlicher Faktor in der Anfangsphase viraler Infektionen.

In einer in vivo Studie mit Mäusen stellten Wissenschaftler fest, dass die Vitamin-C-Konzentration in der Anfangsphase einer Influenzainfektion ein wichtiger Faktor für den Krankheitsverlauf ist. Schäden, die durch die Vermehrung des Virus verursacht werden, können wirksam vermieden werden, wenn die Vitamin-C-Konzentration im Anfangsstadium der viralen Infektion ausreichend hoch ist. Ist jedoch die Vitamin-C-Konzentration in der Anfangsphase zu gering, kann die Pathogenese des Influenzavirus nicht vermieden werden. Die Produktion von Interferon-a und -ß spielt eine wichtige Rolle bei diesen antiviralen Immunreaktionen. Interferone (IFN) sind Zytokine, die für die Kommunikation zwischen den Zellen gebraucht werden, um die schützende Wirkung des Immunsystems zu aktivieren, die bei der Bekämpfung der Pathogene hilft. Interferone haben Einfluss auf die Virusreplikation: Sie stören die Replikation und schützen die Zellen so gegen Virusinfektionen. Interferone übernehmen auch verschiedene andere Funktionen in der Abwehr von Krankheitserregern. Die Interferonmengen steigen innerhalb der ersten 1 bis 2 Tage einer Virusinfektion an. Es wird ein Zusammenhang gesehen zwischen einer ausreichend hohen Vitamin-C-Konzentration zu Beginn einer Virusinfektion und einer erhöhten Interferonproduktion.

Studien weisen darauf hin, dass eine Erhöhung der Interferone in einem frühen Stadium der Infektion eine breite antivirale Aktivität bei SARS-CoV-2 zeigt. Es wird angenommen, dass die Vitamin-C-Konzentration auch bei Coronavirusinfektionen ein wichtiger Faktor in der Anfangsphase von COVID-19 sein kann und somit den Krankheitsverlauf mitbeeinflusst.


Praxiswissen

Die Verabreichung von Vitamin C scheint bei der Behandlung von COVID-19 — der Krankheit, die bei einer Infektion mit dem Coronavirus auftritt — vielversprechend zu sein. Obgleich hohe Dosierungen Vitamin-C ausschließlich über eine Infusion wirksam verabreicht werden können, ist es sicher — in jedem Fall während einer Atemwegserkrankung — ein qualitativ gutes Vitamin-C-Präparat einzunehmen. Auch bei der Vermeidung eines schweren Krankheitsverlaufs von COVID-19 scheint Vitamin C eine Rolle zu spielen. Informationen zur Anwendung, zu möglichen Kontraindikationen und/oder Wechselwirkungen mit Medikamenten finden Sie in unserer Monographie.


Literatur:

  1. Monografie Vitamine C, Natura Foundation, https://www.naturafoundation.nl/kenniscentrum/monografie/?monografieid=17
  2. Richard Z Cheng, MD, PhD et al, Early Lage Dose Intravenous Vitamine C is the Treatment of Choice for 2019-nCov Pneumonia, Orthomolecular Medicine News Service, februari 16, 2020 (http://orthomolecular.org/subscribe.html and http://orthomolecular.org/resources/omns/index.shtml)
  3. Lui Q, Gao Y, Ci X., Role of Nrf2 and Its Acitvators in Respiratory Diseases, Oxid Med Cell Longev. 2019: 2019:7090534.
  4. Hunt C et al., The clinical effects of Vitamin C supplementation in elderly hospitalised patients with acute respiratory infections, Int J Vitam Nutr Res 1994:64:212-19. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7814237
  5. Khan IM et al. J Rawalpindi Med Coll (JRMC); 2014;18(1):55-57 http://www.journalrmc.com/volumes/1405749894.pdf

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