Die Rolle von PQQ bei depressiven Beschwerden

Dienstag 4-Februar-2020

Wenn Sie unter häufigen Stimmungsschwankungen oder depressiven Zuständen leiden oder anderen Menschen mit Depressionen helfen möchten, ist PQQ eine interessante Substanz, die Ihnen dabei von großem Nutzen sein kann.

PQQ steht für Pyrrolochinolinchinon – eine vitaminähnliche Substanz, die mit den B-Vitaminen verwandt ist. Der menschliche Körper kann diese essenzielle Substanz nicht selbst bilden, sodass sie nur mit der Nahrung aufgenommen werden kann.

PQQ hat viele mögliche klinische Anwendungsbereiche, da es an zahlreichen physiologischen Prozesse beteiligt ist.

Seine wichtigste Aufgabe erfüllt PQQ in den Mitochondrien. Dort wirkt es als Coenzym für den Citratzyklus, hat eine sehr starke antioxidative Funktion und stimuliert die Produktion neuer Mitochondrien – die Mitogenese. Es ist eindeutig nachwiesen, dass PQQ eine sehr wichtige Rolle bei der Energieerzeugung und bei der Verlangsamung des Alterungsprozesses spielt.

Wissenschaftliche Studien zeigen weiterhin, dass PQQ auch unser Mikrobiom beeinflusst und eine wichtige Rolle beim Funktionieren des Immunsystems, der Aufrechterhaltung der kognitiven Leistungsfähigkeit und der Bekämpfung von Neurodegeneration spielt.

 

PQQ schützt das Gehirn auf mehrfache Weise

Dass PQQ das Gehirn vor oxidativen Schäden und damit vor kognitivem Abbau durch Neurodegeneration schützt, ist in der Wissenschaft ausführlich beschrieben worden.

Neuroinflammation

Auch bei der Behandlung von Depressionen spielt PQQ eine Rolle. Depressionen entstehen oft als Folge einer im Gehirn ablaufenden Entzündungsreaktion. Proinflammatorische Cytokine lösen dabei im Gehirn neurologische und psychologische Symptome einer Depression aus. Daher ist es äußerst ratsam, diese schädliche Neuroinflammation so schnell wie möglich einzudämmen. PQQ kann sowohl dabei helfen, Entzündungen zu hemmen, als auch das Gehirn vor oxidativen Schäden zu schützen, die durch Neuroinflammation verursacht werden.

Glutamatüberschuss

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, wie neurologische oder psychiatrische Syndrome entstehen können: durch einen Überschuss an Glutamat. Glutamat ist der wichtigste exzitatorische Neurotransmitter des menschlichen Körpers und eng in alle Lernprozesse und die Gedächtnisbildung eingebunden. Es kann jedoch auch toxisch wirken, wenn es nicht richtig reguliert wird.

Im Idealfall wird Glutamat als Neurotransmitter in den synaptischen Spalt freigesetzt, um dort an seine Andockstellen, die NMDA-Rezeptoren, zu binden. Auf diese Weise werden Signale im Gehirn übertragen. Glutamat ist daher für zahlreiche wichtige Funktionen wie Lernen und Gedächtnis unverzichtbar. Magnesium und GABA spielen eine wichtige Rolle beim Regulieren des NMDA-Rezeptors. Weitere Informationen zur Funktionsweise des NMDA-Rezeptors finden Sie in diesem Artikel.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die durch einen Überschuss an Glutamat induzierte neuronale Toxizität eine starke Rolle bei der Entstehung verschiedener neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen spielt und häufig zu depressivem Verhalten führt. Wenn beispielsweise durch eine hohe ernährungsbedingte Aufnahme (unter anderem in Form der Nahrungsmittelzusätze E 620 bis E 625) ein Überschuss an Glutamat entsteht oder die Regulation des Glutamathaushalts aufgrund eines niedrigen Magnesiumstatus nicht optimal funktioniert, kann sich Glutamat anhäufen. Dies kann zu einer Schädigung der NMDA-Rezeptoren durch Oxidationsprozesse und in der Folge zur Entwicklung von Pathologien einschließlich depressiver Symptome führen. Der Schutz des NMDA-Rezeptors vor oxidativen Schäden ist daher bei der Behandlung oder Prävention von Depressionen äußerst wichtig. Und genau dabei spielt PQQ eine wichtige Rolle: Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass PQQ vor Glutamat-induzierten Schäden oder Zelltod im Gehirn schützt.

 

Welche Nahrungsmittel enthalten PQQ?

Zu den Top-10-Nahrungsmitteln mit der höchsten Konzentration an PQQ zählen fermentierte Sojabohnen, Petersilie, grüner Tee, Kiwi, Papaya und Spinat. Daher kann der ausreichende Verzehr dieser Nahrungsmittel bereits dazu beitragen, mehr PQQ aufzunehmen. Allerdings nehmen wir oft nur gerade einmal 500 Mikrogramm pro Tag mit der Nahrung auf. Beim Vorliegen depressiver Symptome kann es daher sinnvoll sein, PQQ zu ergänzen, um die Genesung zu fördern und einen Schutz gegenüber weiteren Schäden aufzubauen. Eine im Jahr 2012 in Japan durchgeführte Studie zeigte einen deutlichen Rückgang von Depressionssymptomen wie Stress, Müdigkeit und schlechte Schlafqualität nach der oralen Supplementierung mit PQQ. Solche positiven Effekte sind wichtige Katalysatoren bei der Behandlung von Depressionen.

 

Wie können Sie dieses Wissen in der Praxis anwenden?

Immer häufiger kommen Menschen mit Stimmungsschwankungen und depressiven Beschwerden in unsere Praxis. Dann ist es zunächst am wichtigsten, herauszufinden, wodurch diese Beschwerden verursacht werden. Häufig verläuft die Entstehung einer Depression multikausal. In der Praxis ist daher ein breites Spektrum von Interventionen möglich und oft auch dringend erforderlich. Neben stressreduzierenden Interventionen, Ernährungsberatung sowie Schlaf- und Bewegungsberatung kann auch Supplementierung eine wertvolle Maßnahme sein, um den Patienten aus dem Teufelskreis herauszuführen. Bei depressiven Störungen können je nach dem dahinter stehenden Wirkmechanismus Mehrfachsupplementierungen und phytotherapeutische Produkte eingesetzt werden. PQQ kann bei jeder Form von Depressionen angewendet werden. Es sind keine Wechselwirkungen mit Medikamenten bekannt. Im therapeutischen Zusammenhang liegt die zu verwendende Dosis bei 10-20 Milligramm pro Tag.

 

Literatur

  1. Ibi M. et.al. (2017) Depressive-like behaviors are regulated by NOX1/NADPH oxidase by redox modification of NMDA receptor 1; J Neurosci 2017 Apr 12;37(15):4200-4212
  2. Zang Q. et.al. (2011) The neuroprotective action of pyrroloquinoline quinone against glutamate-induced apaptosis in hippocampal neurons is mediated through the activation of PI3/Akt pathway; Toxicol Appl Pharmacol. 2011 Apr 1;252(1):62-72
  3. Nakano M. et.al. (2012) Effects of oral supplementation with pyrroloquinoline quinone on stress, fatigue and sleep; Functional foods in health and disease 2(8):307-324
  4. Aizenman E. et.al. (1992) Interaction of the putative essential nutrient pyrroloquinoline quinone with the N-methyl-D-aspartate receptor redox modulatory site; J Neurosci. 1992 Jun;12(6):2362-9

Monografie PQQ, Natura Foundation, 2019 https://www.naturafoundation.nl/kenniscentrum/monografie/?monografieid=198

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