DPP-IV und die Bedeutung von Endopeptidasen

Dienstag 17-Oktober-2017

Die Exopeptidase DPP-IV unterstützt den Abbau von Gluten und Exorphinen im Magen-Darm-Trakt. Exorphine werden mit Leaky Gut und Störungen des Dopaminstoffwechsels in Verbindung gebracht. Aber Exopeptidasen alleine spalten diese Substanzen nur unvollständig auf.

 

Dipeptidylpeptidase IV (DPP-IV) ist ein endogenes Enzym, das die Spaltung von Opioidpeptiden (Exorphinen) unterstützt. Exorphine sind kurze Peptide, die im Magen-Darm-Trakt durch unvollständige Verdauung von Gluten, Casein und anderen Nahrungssubstanzen, wie sie zum Beispiel auch in Spinat und Soja enthalten sind, entstehen können.

 

Exorphine gehören zu den morphinähnlichen Substanzen. Daher können auch sie sich an die Rezeptoren des Endorphinsystems binden und so das Belohnungssystem im Gehirn aktivieren – unter anderem über die Dopaminbildung. Dies kann bei empfindlichen Personen zu nachteiligen psychologischen Auswirkungen wie zum Beispiel zu Wahrnehmungsstörungen und ADHS-ähnlichem Verhalten führen.

 

Leaky Gut und Belohnungssystem

Bei einem Leaky Gut können Exorphine in den Blutkreislauf gelangen und die Endorphinrezeptoren im Gehirn stimulieren. Dies führt zu einer Belohnungsreaktion, die dazu beiträgt, dass viele Ihrer Klienten so schwer von Brot (Exorphine aus Gluten) und Käse (Exorphine aus Casein) wegzubekommen sind.

 

Chronische Belastung durch Exorphine kann dazu führen, dass eine Endorphinresistenz entsteht und verschiedene, mit dem Endorphinsystem zusammenhängende Systeme dereguliert werden. Hiervon betroffen sein können unter anderem das Dopaminsystem, der Insulinstoffwechsel, der Cortisolstoffwechsel, Histamin, das Immunsystem und die Entgiftung (P450-Enzyme).

 

Proteasen können Gliadin jedoch nur bis zu einem gewissen Grad abbauen, da sie nicht in der Lage sind, Prolinverbindungen zu spalten, die in Gliadin enthalten sind, das aus Gluten und Casein stammt. DPP-IV kann dies jedoch. Es hat die Eigenschaft, Peptidbindungen jeweils hinter dem vorletzten Prolin zu spalten, wodurch prolinhaltige Dipeptide freigesetzt werden. Jedoch kann die Exopeptidase DPP-IV keine Prolinverbindungen spalten, die sich in der Mitte einer Aminosäurekette befinden.

 

Endopeptidasen bauen Exorphine schneller ab

Wenn in einem DPP-IV-Produkt auch Endopeptidasen enthalten sind, verläuft der Abbau von Exorphinen deutlich schneller. So ist Prolylendopeptidase zum Beispiel in der Lage, Prolinverbindungen in der Mitte einer Aminosäurekette aufzubrechen, anstatt nur an den Enden. Mit anderen Worten: Der schnellste Weg, um unverdautes Gluten vollständig aufzuspalten, besteht darin, die Peptidbindungen sowohl von innen als auch von außen her aufzubrechen.

 

Ein gutes DPP-IV-Präparat enthält daher eine Mischung aus Endopeptidasen (die die inneren Bindungen spalten) und Exopeptidasen (die die äußeren Bindungen spalten). Dies führt zu einer verbesserten Hydrolyse und einem schnelleren Abbau von Gluten, Casein und anderen Proteinen, die zu einer Bildung von Exorphinen führen können (wie beispielsweise in Sojabohnen und Spinat).

 

Literatur

[1] Pruimboom L, de Punder K. The opioid effects of gluten exorphins: asymptomatic celiac disease. J Health Popul Nutr. 2015;33(24).

[2] de Punder K, Pruimboom L. The dietary intake of wheat and other cereal grains and their role in inflammation. Nutrients. 2013 Mar;5(3):771–87.

[3] Yuvi. Wheat Belly - William Davis. 2013.

[4] Hayes M. Bioactive peptides and their potential use for the prevention of diseases associated with Alzheimer’s disease and mental health disorders: Food for thought? Annals of Psychiatry and Mental Health. 2014 Dec 19;2(3):1017. 

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