Protokoll nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD)

Mittwoch 10-Mai-2017

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Mehr als 25 % der niederländischen Bevölkerung leiden unter NAFLD. Diese Erkrankung ist gekennzeichnet durch eine Ansammlung von Bauchfett, Dyslipidämie, Insulinresistenz, Störungen bei der Bildung von Transaminasen und Low-grade-Entzündungen. Glücklicherweise gibt es dafür ein universelles, orthomolekulares Behandlungsprotokoll.

 

Die Entstehung von NAFLD folgt einem universellen Muster. Dieses wird auch als „Zweischritthypothese“ bezeichnet. Der erste „Schritt“ besteht in der Aufnahme übermäßiger Mengen an Kohlenhydraten, gesättigter Fettsäuren und Transfettsäuren. Alle diese Faktoren erhöhen die Aktivität von CYP2E1. Die Überaktivität  von CYP2E1 erzeugt große Mengen an freien Radikalen und induziert Lipogenese. Dadurch verfettet die Leber. Der zweite „Schritt“ kann aus (einer Kombination aus) den folgenden Faktoren bestehen:

 

Mangel an SAM 

SAM sorgt für die Bildung von Glutathionperoxidase (GPX), einem universellen intrazellulären Antioxidans. Ein Mangel an SAM hat erstens einen Mangel an GPX zur Folge und führt zweitens zu einem Rückgang der Methylierungskapazität. Die intrazelluläre Entgiftung von Xenobiotika kann nur stattfinden, wenn Toxine methyliert werden.

 

Mitochondriale Störungen  

Entgiftung ist ein aufwändiger Prozess und verbraucht daher große Mengen an ATP. Störungen der ATP-Bildung (zum Beispiel durch Magnesiummangel) können die Entwicklung von noch mehr freien Radikalen verursachen, was zu weiteren Schäden an funktionellen Leberzellen führt.

 

Insulinresistenz 

Insulinresistenz  tritt bei NAFLD sehr häufig auf. Bereits in einem frühen Stadium von Insulinresistenz kann Fettleber festgestellt werden. 

 

Überschuss an Linolsäure in der Nahrung 

Linolsäure findet sich in vielen Lebensmitteln wie Getreide, Pflanzenölen, Margarinen und Tieren, die mit Getreide gefüttert wurden und wenig Bewegung hatten. Linolsäure ist die Fettsäure mit der höchsten proinflammatorischen Aktivität. Bei einem Überschuss an Linolsäure wird immer weniger Linolsäure in Arachidonsäure umgewandelt und es kommt zu einer Hyperaktivierung von CYP2C9, wodurch große Mengen an freien Radikalen und Leukotoxinen gebildet werden.

 

Diagnose 

Die Diagnose von NAFLD wird nach folgender Symptomliste gestellt:

 

-   Erschöpfung

-   Übelkeit, Brechreiz

-   Bauchschmerzen im rechten oberen Quadranten

-   Appetitlosigkeit

-   leichtes Fieber

-   dunkler Urin

-   Muskelschmerzen

-   Juckreiz

 

Wollen Sie mehr Sicherheit bei der Diagnose oder möchten Sie, dass Ihr Klient sie eindeutig nachvollziehen kann? Dann sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Klienten einen Blutwertcheck Leber in Erwägung ziehen. 

 

Universelles Protokoll 

Für die Behandlung von Menschen, die an NAFLD leiden, gilt ein universelles Protokoll:

 

Gewichtsabnahme von 10 % innerhalb eines Zeitraums von 3 Monaten führt zu einem 80-prozentigen Rückgang der Fettleber. Die Gewichtsabnahme sollte durch Reduzierung der Kohlenhydrate in der Ernährung und Bewegung herbeigeführt werden.

 

Verwendung von Hepatoprotektiva, die in Knoblauch, Artischocke, Tomaten, Rhabarber, Fisch, Süßholz, Pilzen, Ingwer, Kümmel, Zwiebeln, Lauch und bestimmten weiteren, ballaststoffreichen Lebensmitteln enthalten sind.

 

Verwendung von Knoblauchöl, Ingweröl und Silimarynquellen, um die Leberstruktur zu regenerieren.

 

Verwendung von Salvestrolen mit Regenerationsfähigkeit und starkem Einfluss auf die Wiederherstellung der Insulinempfindlichkeit sowohl der Leber als auch der Fettzellen und des Hypothalamus.

 

Ballaststoffe 

Der Gehalt an Ballaststoffen in der Nahrung ist für die Entgiftungskapazität der Leber, des Darms und der Nieren offenbar von entscheidender Bedeutung. Ballaststoffe sind langkettige, schwerverdauliche Kohlenhydrate. Sie dienen als Nährboden für Bakterien wie Bifidobakterien, die wichtige Entgiftungsfunktionen erfüllen. Ein bedeutendes ballaststoffreiches Nahrungsmittel ist Inulin. Inulin ist ein Lignan, das unter anderem in Obst, Gemüse, Nüssen und Samen vorkommt. Inulin kann sein Volumen bis zum 5-Fachen ausdehnen und zeigt folgende Wirkungen: Erhöhung der Thermogenese, Verlängerung der Verdauungszeit, wodurch Sättigung eintritt, und Verringerung der Bildung von Insulin.

 

NAFLD und Pankreatitis 

NAFLD bildet die Grundlage der Entwicklung von Pankreaserkrankungen wie Diabetes und Pankreatitis. Weitere Faktoren für die Entwicklung der Pankreatitis sind übermäßiger Alkoholkonsum, Gallensteine, Hypoxie, Insulinresistenz und kalorienreiche Ernährung. Pankreatitis ist eine häufig vorkommende (nicht erkannte) Erkrankung, die zum Tod durch das Auftreten von multiplem Organversagen führen kann. Ihre Behandlung ähnelt stark der Behandlung von NAFLD mit der zusätzlichen Anweisung, dass die Verwendung von Medikamenten absolut kontraindiziert ist.

 

Zusammenfassung und Schlussfolgerung 

Der Entgiftungsprozess ist sowohl auf hepatischer als auch auf extrahepatischer Ebene multiphasisch, aufwändig (ATP) und entscheidend für die Bewahrung der Gesundheit. Vor allem schlechte Lebensgewohnheiten untergraben die im Grunde unbegrenzte Entgiftungskapazität der Leber. Obst und Gemüse stellen die wichtigsten Quellen für Leberentgiftungssubstanzen dar. Zucker und andere raffinierte Kohlenhydrate, Linolsäure, Alkohol, Tabak, Bewegungsmangel und Stress belasten die Entgiftungskapazität aller menschlichen Gewebe. Eine Belastung, die zur Entwicklung von Erkrankungen wie Arteriosklerose und NAFLD führen kann.

 

Die Ernährung bildet die Grundlage der Behandlung von Menschen, die an toxischer Überlastung leiden. Dabei gibt es kein Wundermittel: Stattdessen geht es vor allem um die Kombinationswirkung verschiedener Substanzen auf die Phase-I- und Phase-II-Enzyme. Eine gute Entgiftung kann nur stattfinden, wenn eine optimale Funktion der Ausscheidungsorgane – des Darms, der Nieren, der Lunge und der Haut – gewährleistet ist. Daher geht es immer um eine umfassende Gesamttherapie.

 

Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen stammen aus unserer Weiterbildung klinische PNI. Mit dieser Weiterbildung schaffen Sie ein solides Fundament aus grundlegenden Kenntnissen in den Bereichen Ernährung, Bewegung und Supplementierung in Bezug auf chronische Erkrankungen in unserer modernen westlichen Gesellschaft. Mehr Informationen.

 

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