Studie zeigt: Babyblues unnötig

Dienstag 2-Mai-2017

Viele frischgebackene Mütter erwischt der Babyblues. Einer kürzlich in der wissenschaftlichen Zeitschrift PNAS veröffentlichten Studie zufolge muss das aber nicht so sein. Frauen, die einen speziellen Supplementenmix erhalten, scheinen nach der Geburt so gut wie keine traurigen Gefühle zu entwickeln.

 

Die sogenannten „Heultage“ werden gemeinhin als unvermeidliche, jedoch meistens schnell vorübergehende Episode in der Zeit unmittelbar nach der Geburt betrachtet. Doch kann dieses scheinbar harmlose Phänomen das Risiko der Entwicklung einer postpartalen Depression signifikant erhöhen. Eine in PNAS veröffentlichte Studie zeigt nun, dass der „Babyblues“ relativ leicht vermieden werden kann: mit der richtigen Supplementierung.

 

Was wird supplementiert?

An der Studie nahmen 41 Frauen teil. Davon erhielten 21 Frauen einen speziellen Supplementenmix und 20 Frauen nicht. Der Supplementenmix enthielt drei Supplemente: L-Tryptophan (2 g), L-Tyrosin (10 g) und Heidelbeerextrakt (Berberis vulgaris) gelöst in Heidelbeersaft. Die Supplemente wurden drei Tage lang, vom dritten bis zum fünften Tag nach der Geburt – an dem der Babyblues meistens auftritt – eingenommen.

 

Nach dem fünften Tag wurden die Frauen auf ihre psychische Widerstandskraft gegenüber unerwünschten Ereignissen getestet. Dazu lasen alle Frauen Texte, in denen Pessimismus, Unzufriedenheit und Lethargie vorherrschte. Danach hörten sie ein trauriges Stück klassische Musik. Sowohl vor als auch nach diesem Test wurden depressive Symptome gemessen.

 

Supplementierung ist sinnvoll

Frauen, die keine Supplementierung erhielten, zeigten nach dem Test einen starken Anstieg depressiver Symptome. Im Gegensatz dazu erwiesen sich die Frauen, die Supplementierung erhielten, in der Tat als weniger anfällig gegenüber der Negativität, die in der Testsituation hervorgerufen wurde.

 

Die Forscher: „Fast immer flaut der Babyblues ab Tag 10 nach der Geburt von alleine wieder ab. Wenn das erlebte Gefühl jedoch sehr intensiv ist, kann sich das Risiko der Entwicklung einer postpartalen Depression dadurch vervierfachen. Wir gehen davon aus, dass unser Supplementierungskonzept in der Zukunft breit zur Behandlung der postpartalen Depression eingesetzt werden kann.“

 

Die verwendeten Dosierungen von L-Tryptophan und L-Tyrosin werden übrigens nicht über das Stillen weitergegeben.

 

So funktioniert es

Die Supplemente L-Tryptophan und L-Tyrosin wurden gewählt, weil sie die Überproduktion des Gehirnproteins MAO-A in der frühen postnatalen Phase hemmen. Studien haben gezeigt, dass eine Überproduktion von MAO-A eine Rolle bei der postpartalen Depression spielt. Was geschieht, wenn zu viel MAO-A gebildet wird?

 

MAO-A baut Serotonin, Noradrenalin und Dopamin ab, alles Neurotransmitter, die zur Stabilisierung der Stimmung beitragen. L-Tryptophan und L-Tyrosin sorgen daher indirekt dafür, die Stimmung stabil zu halten. Eine Mangel an diesen Substanzen kann traurige Gefühlen hervorrufen, aber letztlich auch zu klinischen Depressionen führen. Berberis vulgaris übt im Gehirn eine antioxidative Wirkung aus und beseitigt schädliche freie Radikale.

 

Literatur

Yekta Dowlati, Arun V. Ravindran, Zindel V. Segal, Donna E. Stewart, Meir Steiner, and Jeffrey H. Meyer, Selective dietary supplementation in early postpartum is associated with high resilience against depressed mood, PNAS 2017 , published ahead of print March 13, 2017.

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