Zusammenhang zwischen ungesunder Ernährung in der Schwangerschaft und ADHS

Dienstag 11-Oktober-2016

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Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass ein Zusammenhang zwischen ungesunder Ernährung in der Schwangerschaft und den Symptomen von ADHS bei Kindern besteht. Damit wurde zum ersten Mal ein epigenetischer Zusammenhang zwischen pränataler Ernährung und Verhaltensstörungen gefunden.

 

Forscher am Kings College (Großbritannien) und der University of Bristol (Großbritannien) haben einen Zusammenhang zwischen schlechter pränataler Ernährung und einer erhöhten IGF2-Methylierung bei Kindern mit Verhaltensstörungen entdeckt. Schlechte pränatale Ernährung enthält viele Transfettsäuren und Zucker aus stark verarbeiteten Produkten wie zum Beispiel Fertiggerichten, Chips, Keksen und Kuchen.

 

Ausgeprägtere ADHS-typische Symptome

In der Studie wurden 83 Kleinkinder mit starken Verhaltensstörungen mit 81 Kindern mit geringfügigen Verhaltensstörungen verglichen. In beiden Gruppen wurde die Methylierung von IGF2 untersucht, eines Gens, das am Wachstum und der Entwicklung des fetalen Gehirns beteiligt ist.

 

Es zeigte sich ein Zusammenhang zwischen einem höheren Grad der IGF2-Methylierung und ausgeprägteren Verhaltensstörungen in einer frühen Lebensphase. Weiterhin fanden die Forscher heraus, dass ein höherer Grad der Methylierung im Zusammenhang mit mehr ADHS-Symptomen im Alter von 7 bis 13 Jahren stand. Dies gilt jedoch nur für Kinder, bei denen bereits in frühester Kindheit Verhaltensprobleme festgestellt worden waren.

 

Ernährung der Mutter

Die Forscher schlussfolgern daraus, dass sich bei einer starken Methylierung von IGF2 bestimmte Bereiche des Gehirns weniger gut entwickeln können. Insbesondere das Cerebellum und der Hippocampus, die beide von IGF2 beeinflusst werden, spielen eine Rolle bei ADHS. Die Methylierung von IGF2 wird während der Schwangerschaft durch die Ernährung der Mutter beeinflusst.

 

„Anscheinend kann eine gesunde pränatale Ernährung das Risiko von ADHS-Symptome und Verhaltensstörungen bei Kindern reduzieren. Das lässt hoffen, da wir ernährungsbezogene und epigenetische Risikofaktoren ja durchaus beeinflussen können“, erklärten die Forscher.

 

Praktische Empfehlungen

Welche Nahrungsmittel sollten Schwangere am besten zu sich nehmen, um möglichst viele Risikofaktoren zu eliminieren?

 

„Wir sind gerade dabei, zu untersuchen, welche Arten von Lebensmitteln hier günstig sind. Wir wissen zum Beispiel bereits, dass bestimmte Fette wie Omega-3 aus Fisch, Walnüssen und Geflügel für die Entwicklung des Gehirns extrem wichtig sind. Außerdem wissen wir, dass Nahrungsergänzungsmittel dabei helfen können, die Symptome von ADHS und Verhaltensstörungen zu verringern. Deshalb ist es sehr wichtig, die Rolle der epigenetischen Faktoren in Zukunft noch genauer zu untersuchen.“

 

Schwangere sollten sich daher auf jeden Fall für eine gesunde Basisernährung wie mediterrane oder urzeitliche Ernährung entscheiden, die durch eine spezielle Basissupplementierung für Schwangere ergänzt wird. Auch bei Kindern kann über die Ernährung und mit Supplementierung viel erreicht werden, vor allem in Kombination mit einer Eliminationsdiät, um mögliche weitere Auslöser von ADHS aufzuspüren.

 

Literatur

Rijlaarsdam J, Cecil CA, Walton E, Mesirow MS, Relton CL, Gaunt TR, McArdle W, Barker ED, Prenatal unhealthy diet, insulin-like growth factor 2 gene (IGF2) methylation, and attention deficit hyperactivity disorder symptoms in youth with early-onset conduct problems, J Child Psychol Psychiatry. 2016 Aug 18. 

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