Durchbruch: CFS über Darmflora nachweisbar

Montag 15-August-2016

Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom bekommen noch immer viel zu oft zu hören, sie würden sich die Symptome nur einbilden. Forscher an der Cornell University (USA) haben nun Biomarker gefunden, die zeigen, dass es tatsächlich eine körperliche Ursache gibt.

 

Die Forscher berichten über ihre Ergebnisse in der Ende Juni erschienen Ausgabe der Zeitschrift Microbiome. Mit Hilfe von Stuhl- und Blutproben gelang es ihnen, 83 % der Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom (CFS) gut zu diagnostizieren. 

 

An der Studie nahmen 48 CFS-Patienten und 39 gesunde Probanden teil. Es wurden Stuhl- und Blutproben gesammelt und auf das Vorhandensein von mikrobieller DNA analysiert. Dies ist eine Art Handschrift, mit der Bakterienarten identifiziert werden können. 

 

Fast durchgängig wurde bei CFS-Patienten eine stark reduzierte Diversität der Bakterienflora festgestellt und es wurden weniger spezifisch entzündungshemmende Bakterien gefunden. Gleichzeitig fanden die Forscher spezifische Entzündungsmarker im Blut. Diese könnten dabei als Folge eines durchlässigen Darms auftreten.

 

„Unsere Arbeit zeigt, dass die Darmflora bei Patienten mit CFS nicht normal ist, was möglicherweise die Magen-Darm-Beschwerden und Entzündungserscheinungen bei diesen Patienten erklärt. Mit dieser biologischen Abweichung liefern wir einen weiteren Beweis gegen die lächerliche Vorstellung, dass diese Krankheit nur auf Einbildung beruhe“, erklären die Forscher.

 

Aber was bedeutet das für die Behandlung? Die Forscher: „Wenn wir besser verstehen, was bei diesen Patienten mit dem Mikrobiom vor sich geht, können Gesundheitsprofis gezielter spezielle Konzepte für Ernährung, Prebiotika, Ballaststoffe und Probiotika entwickeln, um noch effektiver zur Bekämpfung dieser Krankheit beizutragen.“ Bisher wird diese Aufgabe fast ausschließlich von komplementärmedizinisch arbeitenden Ärzten, Therapeuten und Ernährungsberatern erfüllt.

 

Bislang konnte noch nicht geklärt werden, ob die veränderte Darmflora die Ursache oder das Ergebnis von CFS ist. Das Forschungsteam wird sich in Zukunft auf die Suche nach Hinweisen auf im Darm befindliche Viren und Pilze begeben, die, möglicherweise gemeinsam mit dem Mikrobiom, zu CFS oder deren Symptomen beitragen. 

Literatur

Ludovic Giloteaux et al., Reduced diversity and altered composition of the gut microbiome in individuals with myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome, Microbiome (2016). 

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