Nature publiziert Artikel mit Schwerpunkt PNI

Mittwoch 13-Juli-2016

Das American College of Neuropsychopharmacology widmet sich in einem von Nature veröffentlichten Artikel ausführlich der Wissenschaft, die unseren Darm mit unserem Gehirn verbindet. Fazit: Der Psycho-Neuro-Immunologie (PNI) wird eine wichtige Rolle zugeschrieben. 

 

Die Wissenschaftler Timothy Dinan und John Cryan vom University College Cork (Irland) haben am 13. Juni dieses Jahres einen Artikel mit dem Titel „Microbes, Immunity and Behaviour: Psychoneuroimmunology Meets the Microbiome“ eingereicht. Das Paper wurde von der Zeitschrift Neuropsychopharmacology, die vom Wissenschaftsmagazin Nature herausgegeben wird, zur Veröffentlichung angenommen. Die Publikation erfolgt in Kürze, aber hier schon einmal eine kleine Zusammenfassung:  

Psychoneuroimmunology Meets the Microbiome

„Es liegen immer mehr Hinweise darauf vor, dass das Immunsystem eine zentrale Rolle bei der Kommunikation zwischen Darm und Gehirn spielt. Diese Kommunikation ist wichtig bei stressbedingten Erkrankungen und ist daher ein potenziell fruchtbares Ziel für psychotrope Interventionen. 

 

Die Darmflora verfügt über ein ausgeklügeltes Genom. Es ist ein komplexes Ökosystem, in dem ein breites Spektrum von Organismen lebt. Es wird geschätzt, dass alle Darmbakterien eines Erwachsenen zusammengenommen mehr als ein Kilogramm wiegen. Diese Mikroben bilden nicht nur antimikrobielle Peptide, kurzkettige Fettsäuren und Vitamine, sondern auch die wichtigsten Neurotransmitter, die im Gehirn zu finden sind. 

 

Es besteht kein Zweifel mehr daran, dass die im Darm lebenden Mikroorganismen eine Schlüsselrolle im Immunsystem spielen. Wenn die Interaktion zwischen dem Wirt und dem Mikrobiom in einer frühen Lebensphase gestört wird, kann diese lebenslange Folgen verursachen. Dies gilt nicht nur für den Darm, sondern auch für distale Organe wie zum Beispiel das Gehirn. 

 

Stress in frühen Lebensphasen kann lebenslange Auswirkungen auf die in unserem Darm lebenden Mikroorganismen nach sich ziehen und die Immunfunktion lebenslang verändern. Dass Stress in frühen Lebensphasen auch Auswirkungen auf die Psychopathologie bei Erwachsenen haben kann, gilt in der Psychiatrie bereits seit langem als erwiesen. 

 

Es ist offensichtlich, dass das Immunsystem und das Nervensystem ständig miteinander kommunizieren, um die Homöostase aufrechtzuerhalten. Allerdings bestehen immer noch erhebliche Lücken in unserem Wissen darüber, wie das Mikrobiom einen Dialog mit dem Immun- und Nervensystem in Gang bringt. Dank der Forschung mit keimfreien Mäusen, Infektionsmodellen, Präbiotika, Probiotika und Antibiotika wissen wir aber immerhin inzwischen schon etwas mehr darüber. 

 

Die Herausforderung besteht nun darin, die molekularen Mechanismen zu entschlüsseln, die die Verbindung zwischen der Darmflora, dem Immunsystem und dem Nervensystem innerhalb eines Kommunikationsnetzes ermöglichen, das das Verhaltensmuster und die Psychopathologie beeinflusst. Aus diesen Erkenntnissen könnten wir dann Rückschlüsse auf Faktoren ziehen, die beim Menschen über Gesundheit und Krankheit entscheiden. 

 

Doch schon jetzt verfügen wir über Hinweise, mit denen wir die Schlüsselpositionen innerhalb der Kommunikation identifizieren können. Dies versetzt uns in die Lage, mit Medikamenten, Ernährungskonzepten und möglicherweise Faecestransplantationen Interventionen bei der Darmflora durchzuführen, die eine positive Wirkung auf die psychische Gesundheit haben könnten.“

 

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Literatur

Dinan T.G., Cryan J., Microbes, Immunity and Behaviour: Psychoneuroimmunology Meets the Microbiome, Neuropsychopharmacology, 2016 Jun 20.

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