Vitamin-D-Mangel beschleunigt kognitiven Verfall

Freitag 5-Februar-2016

Die Rolle von Vitamin D beschränkt sich nicht nur auf Muskeln und Knochen. Es wird immer deutlicher, dass auch die Gesundheit unseres Gehirns von ihm abhängt. Nun zeigt sich, dass Vitamin-D-Mangel den kognitiven Verfall bei älteren Menschen „substanziell“ beschleunigen kann.

 

Bereits in einer Studie aus dem Jahr 2015 konnte gezeigt werden, dass ein besserer Vitamin-D-Status im Alter von 40-65 Jahren zu einer besseren Gehirnfunktion im späteren Leben beitragen kann. Vor allem das Arbeits- und verbale Gedächtnis scheinen davon zu profitieren. Eine neuere Studie, die am Alzheimer’s Disease Center in Sacramento (USA) durchgeführt wurde, zeigt, dass ein Mangel an Vitamin D den kognitiven Verfall bei älteren Menschen beschleunigt. 

Zwei- bis dreimal schneller

An der Studie nahmen 382 Männer und Frauen mit einem Durchschnittsalter von 76 Jahren teil. In der Gruppe befanden sich sowohl kognitiv gesunde Personen als auch Personen mit moderater kognitiver Beeinträchtigung und Demenz. Die Gruppe wurde fünf Jahre lang begleitet.

 

Zu Beginn der Studie zeigten 26 Prozent der Teilnehmer eine Vitamin-D-Defizienz (<50 nmol/l). Weitere 35 Prozent ließen einen Vitamin-D-Mangel (50-75 nmol/l) erkennen. Der normale Wert liegt bei 80 nmol/l oder mehr. Am Ende der Studie zeigte sich, dass die Rate des kognitiven Verfalls in der Gruppe mit Vitamin-D-Defizienz um das Zwei- bis Dreifache erhöht war. 

Neurologische Erkrankungen

Die Forscher bezeichnen die Ergebnisse als einen Risikofaktor für neurologische Erkrankungen. „Vitamin-D-Mangel scheint eindeutig im Zusammenhang mit einem signifikant schnelleren Verfall im Bereich des episodischen Gedächtnisses und der Exekutivfunktionen zu stehen. Dies könnte mit einem erhöhten Risiko für die Alzheimerkrankheit und Demenz korrespondieren“, erklären die Forscher.

 

Neben kognitivem Verfall und Alzheimer tritt auch ein Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und anderen neurologischen Erkrankungen immer deutlicher zutage. So hatten zum Beispiel schon frühere Untersuchungen gezeigt, dass Schizophreniepatienten fast immer einen Vitamine-D-Mangel aufweisen. Auch bei Menschen mit Autismus wird häufig ein Vitamin-D-Mangel festgestellt. Schließlich stehen auch Stimmungsstörungen und Depression in einem klaren Zusammenhang mit Vitamin-D-Mangel. 

Wirkmechanismus

Die Forscher nehmen an, dass Vitamin D möglicherweise die Entwicklung des Gehirns moduliert und die Neuronen schützt. Vitamin D scheint auch an der Regulation des Nervenwachstumsfaktors (NGF) beteiligt zu sein, einer Substanz, die wichtig für das Wachstum, die Entwicklung, die Erhaltung und das Überleben von Neuronen ist. Außerdem ist Vitamin D wichtig für die Synthese von Serotonin, einem Neurotransmitter, der für unsere seelische Ausgeglichenheit von Bedeutung ist.

 

Auch wenn der genaue Wirkmechanismus noch nicht abschließend geklärt ist, scheint ein guter Vitamin-D-Status wichtig für eine gute psychische Gesundheit und normale kognitive Funktionen zu sein. Daher ist es gerade für ältere Menschen und alle, die eine Veranlagung für psychische Probleme haben, wichtig, einen Vitamin-D-Status von mindestens 80 nmol/l sicherzustellen. 

Literatur

  1. Karen E. Assmanna, Mathilde Touviera, Valentina A. Andreevaa, Mélanie Deschasauxa, Thierry Constansa, Serge Hercberga, Pilar Galana and Emmanuelle Kesse-Guyota, Midlife plasma vitamin D concentrations and performance in different cognitive domains assessed 13 years later, British Journal of Nutrition, 2015 May;113(10):1628-37.
  2. J.W. Miller, D.J. Harvey, L.A. Beckett, et al., Vitamin D Status and Rates of Cognitive Decline in a Multiethnic Cohort of Older Adults, JAMA Neurology, Published online, doi:10.1001/jamaneurol.2015.2115
  3. Harms, L. R., Burne, T. H. J., Eyles, D. W., & McGrath, J. J. (2011). Vitamin D and the brain. Best practice & research. Clinical endocrinology & metabolism, 25(4), 657-69. Elsevier Ltd. doi:10.1016/j.beem.2011.05.009
  4. Garcion, E., Wion-barbot, N., Montero-menei, C. N., Berger, F., & Wion, D. (2002). New clues about vitamin D functions in the nervous system. Trends Endocrinol Metab. 2002 13(3):100-105.

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