„Vorsicht mit Leinsamen während der Schwangerschaft“

Donnerstag 7-Januar-2016

Leinsamen ist eine beliebte Quelle für Ballaststoffe und wird oft verwendet, um den Stuhlgang anzuregen. Eine neue, im British Journal of Nutrition veröffentlichte Studie mahnt jedoch zur Vorsicht bei der Anwendung von Leinsamen während der Schwangerschaft und in der Stillzeit.

 

Da Leinsamen den Stuhlgang anregt, kann er bei Verstopfung helfen. Die in der Samenhülle enthaltenen Ballaststoffe nehmen ungefähr das Vierfache ihres Eigengewichts an Wasser auf. Diese Volumenzunahme der Fäkalmasse führt zu einem zusätzlichen Druck auf die Darmwand, der die Peristaltik fördert. 

 

Aufgrund dieses natürlichen Wirkmechanismus wird Leinsamen oft auch während der Schwangerschaft und in der Stillzeit eingesetzt. Dabei dient er als Alternative zu Abführmitteln, die möglicherweise schädlich für Fötus und Säugling sein könnten. Eine neue Studie an Ratten zeigt jedoch, dass auch dies möglicherweise nicht ganz ungefährlich ist.

Ergebnisse der Studie

Ratten, die mit leinsamenhaltiger Nahrung gefüttert wurden, wurden um 10 % schwerer als die Kontrollgruppe. Außerdem fraßen sie mehr. Weiterhin wurden signifikante Unterschiede zwischen den Nachkommen der beiden Rattengruppen festgestellt. Ratten, deren Mütter während der Schwangerschaft und in der Stillzeit Leinsamen erhielten, wiesen um 47 % erhöhte Corticosteronwerte auf. Das menschliche Äquivalent von Corticosteron ist das Stresshormon Cortisol, das in der Nebennierenrinde produziert wird. 

 

Andere beunruhigende Parameter waren unter anderem vierfach erhöhte Cholesterinwerte und dreifach erhöhte Triglyceridwerte der Leber bei der Leinsamengruppe.

Wirkmechanismus

Die Forscher vermuten, dass in Leinsamen enthaltene Nahrungsfaktoren die Nachkommen für Hyperkortizismus, eine chronisch erhöhte Produktion von Cortisol, programmieren könnten. Die Symptome dafür umfassen Glucose im Urin, Wasseransammlungen und Fettsucht. 

 

Daher warnen die Forscher vor der Verwendung von Leinsamen während der Schwangerschaft und in der Stillzeit. „Wir empfehlen Frauen, ihren Verzehr von Leinsamen einzuschränken, um zu vermeiden, dass die Nebennierenfunktion ihres Nachwuchses gestört werden könnte.“   

 

Die Menge von Leinsamen, die die Ratten erhielten, ist mit neun Esslöffeln Leinsamen pro Tag beim Menschen vergleichbar. Den Wissenschaftlern zufolge ist dies nicht so viel, wie es scheint: Viele Menschen verwenden drei Esslöffel pro Mahlzeit, um ihren Stuhlgang zu fördern oder mehr Ballaststoffe aufzunehmen. Eine Richtlinie für einen sicheren Verzehr von Leinsamen geben sie jedoch nicht an.

Literatur

Mariana Sarto Figueiredo, Ellen Paula Santos da Conceição, Elaine de Oliveira, Patricia Cristina Lisboa, Egberto Gaspar de Moura, Maternal flaxseed diet during lactation changes adrenal function in adult male rat offspring, British Journal of Nutrition, Volume 114, Issue 07, October 2015, pp 1046-1053.

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