Vitamin-D-Mangel erhöht das Durchfallrisiko

Dienstag 12-Januar-2016

Eine Studie zeigt, dass Kinder unter fünf Jahren mit Vitamin-D-Mangel häufiger zu Durchfall neigen. Obwohl Durchfall und die damit verbundene Dehydrierung gut behandelbar sind, ist Vorbeugen immer noch besser als Heilen.

 

Weltweit gesehen ist Durchfall weiterhin eine der Hauptursachen von Kindersterblichkeit. Ein wichtiger Verursacher für Durchfall bei Kindern ist das Rotavirus. Symptome sind unter anderem Dehydrierung, Fieber, Erbrechen, Appetitverlust und Bauchschmerzen. Vor allem der extreme Flüssigkeitsverlust kann einen ungünstigen Verlauf beschleunigen.

 

In der westlichen Welt kann das Rotavirus bei fast jedem Kind unter fünf Jahren im Darm gefunden werden. Insofern es sich um eine Infektion handelt, ist diese als solche gut behandelbar. Die Forscher untersuchten nun, warum eine Besiedlung des Darms durch Rotaviren nicht bei jedem zu Problemen führt. 

 

An der Studie nahmen 70 Kinder unter fünf Jahren mit einer Rotavirusinfektion teil, die Kontrollgruppe bestand aus 67 gesunden Kindern. Mehrere Parameter wurden untersucht, darunter der Gehalt an Vitamin D3.

 

Als durchschnittlicher Vitamin-D3-Gehalt wurden in der gesunden Gruppe 72,2 nmol/l gemessen, was beinahe dem idealen Blutwert (80 nmol/l) entspricht. Dieser relativ hohe Wert lässt sich durch die Tatsache erklären, dass die Studie in der sonnigen Türkei stattfand. 

 

Es zeigte sich ganz eindeutig, dass die an Rotavirus erkrankten Patienten einen schweren Vitamin-D3-Mangel aufwiesen. Im Durchschnitt lag der Blutwert bei ihnen bei 36,5 nmol/l. Bei einem Vitamin-D3-Status von weniger als 50 nmol/l wird von einer schwerwiegenden Defizienz gesprochen. 

 

Die Untersuchung zeigt, dass ein Wert unter 50 nmol/l das Risiko einer Rotavirus-Diarrhoe um den Faktor 6,3 erhöht. „Unsere Studie beweist, dass zwischen dem Vitamin-D3-Spiegel im Blut und einer rotaviralen Diarrhoe ein Zusammenhang besteht“, erklärten die Forscher. Andere untersuchte Parameter wie das Geburtsgewicht schienen demgegenüber keinen Einfluss zu haben.

 

Es besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass dabei eine Wechselwirkung zwischen Vitamin D3 und dem Immunsystem eine Rolle spielt. Die Forscher vermuten, dass Vitamin D3 auf der immunologischen Ebene für eine gute Expression von antimikrobiellen Peptiden sorgt. Peptide sind Bausteine von Proteinen, die an der Abwehr unerwünschter Eindringlinge beteiligt sind. Infektionen durch Rotavirus könnten daher bei Patienten mit Vitamin-D3-Mangel häufiger auftreten.

Literatur

  1. Bucak IH, Alm S H, Çevik MÖ, Bülbül M, Tekin M, Konca Ç, Turgut M, Öztürk AB, Is there a relationship between low vitamin D levels and rotaviral diarrhea?, Pediatr Int. 2015 Aug 19.
  2. http://www.naturafoundation.nl/monografie/vitamine_D.html

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