Anthroposophische Kinder mit weniger Allergien

Donnerstag 12-November-2015

Kinder, die auf  Bauernhöfen aufwachsen, leiden wissenschaftlichen Studien zufolge weniger unter allergischem Asthma. Etwas Ähnliches scheint für anthroposophisch erzogene Kinder zu gelten. Wie kommt das?

 

Seit mehreren Jahrzehnten ist in den Industrieländern eine enorme Zunahme allergischer Erkrankungen bei Kindern zu beobachten. Zu den Gründen gibt es verschiedene Theorien. Bereits seit Längerem wird angenommen, dass eine zu saubere Lebensumgebung Allergien fördern kann. Auch vermutet man einen Zusammenhang damit, ob und wie viele Infektionskrankheiten (durch die offenbar eine Schutzwirkung aufgebaut wird) in einer frühen Lebensphase durchgemacht wurden. 

 

Aus diesem Grund hat Dieneke Schram-Bijkerk eine spezifische Untersuchung an zwei Gruppen von Kindern, bei denen eine deutlich verringerte Anfälligkeit gegenüber Allergien vorliegt, durchgeführt: Bauernkinder und Kinder anthroposophischer Eltern. Vor kurzem wurde sie mit dieser Studie an der Universität von Utrecht promoviert.

 

Die untersuchten Bauernhofkinder litten zu etwa fünfzig Prozent weniger unter Allergien als auf dem Land lebende Kinder, die nicht auf einem Bauernhof aufwuchsen. Bei Schülern von Waldorfschulen traten ein Viertel weniger Allergien auf als bei ihren Altersgenossen, die andere Schulen in derselben Gegend besuchten. Die Forscher rückten einer ganzen Reihe von Häusern mit dem Staubsauger zu Leibe. Im Hausstaub von Bauernhöfen fanden sie dreimal so viele Bakterien und Schimmelpilze wie in den Haushalten von Landkindern, die nicht auf einem Bauernhof lebten. Jedoch fanden sie keine signifikanten Unterschiede zwischen anthroposophischen Haushalten und gewöhnlichen Haushalten. 

 

Allerdings scheinen anthroposophisch aufwachsende Kinder seltener geimpft zu werden und weniger Antibiotika und entzündungshemmende Medikamente zu erhalten. Auch spielt die anthroposophische Ernährungsweise möglicherweise eine Rolle bei den verschiedenen Formen von Anfälligkeit gegenüber Allergien.

 

Ein weiterer Faktor, der bei den Bauernhofkindern eine Rolle spielen könnte, ist das Trinken nichtpasteurisierter Milch durch die Kinder selbst oder durch die Mutter während der Schwangerschaft. Möglicherweise hat die pränatale Exposition eine schützende Wirkung.

Literatur

D. Schram-Bijkerk. Proefschrift Microbial agents, allergens and atopic diseases-contributions to the PARSIFAL study. Universiteit Utrecht Institute for Risk Assessment Sciences. 2006

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