Vitamin D stabilisiert Darmpermeabilität

Montag 19-Oktober-2015

Berichten von Forschern des St. James Hospital in Dublin zufolge kann Vitamin D die intestinale Permeabilität stabilisieren. Dies sei ein interessantes Ergebnis im Hinblick auf Morbus Crohn, erklärten die Forscher. 

Morbus Crohn ist eine chronische Erkrankung des Magen-Darm-Traktes. Die erkrankungstypischen Entzündungen können im gesamten Magen-Darm-Trakt auftreten. Die Patienten leiden unter Bauchschmerzen, Durchfall und Müdigkeit. Der Verlauf der Krankheit ist wellenförmig: Ruheperioden wechseln mit zeitweisen Verschlimmerungen ab. 

 

Auffallend ist, dass die Inzidenz von Morbus Crohn im stärker bewölkten Nord- und Westeuropa höher ist als in den sonnigeren Regionen. Eine logische Frage ist daher, ob Sonnenlicht – und damit Vitamin D – eine Rolle bei der Entwicklung der Krankheit spielen. Daher untersuchten die Forscher, ob eine Supplementierung mit Vitamin D einen Einfluss auf die Barrierefunktion des Darms und die Biomarker von Morbus Crohn hat. 

 

In der doppelblinden, randomisierten Studie erhielten 27 Patienten in ihrer Ruheperiode über drei Monate 50 mcg (2000 IE) Vitamin D pro Tag oder ein Placebo. Am Ende der Studie zeigte sich, dass die Darmpermeabilität in der Vitamin-D-Gruppe stabil geblieben war, während sie sich bei der Placebogruppe verschlechtert hatte. Die Darmpermeabilität liefert einen Anhaltspunkt dafür, in welchem Maß ein undichter Darm vorliegt. Ein undichter Darm ermöglicht die Voraussage von Verschlimmerungsphasen bei Crohn. 

 

Weiterhin waren Patienten mit den höchsten Blutspiegeln von Vitamin D auch am wenigsten von Entzündungen betroffen. Dies zeigte sich an den gemessenen Blutwerten für C-reaktives Protein und antimikrobielle Peptide. Schließlich berichteten diese Patienten auch von einer besseren Lebensqualität. 

 

„Dies ist das erste Mal, dass die Wirkung von Vitamin D auf die Darmpermeabilität und antimikrobielle Peptide in einer Kohorte von Morbus-Crohn-Patienten gemessen wurde. Obwohl diese Ergebnisse noch besser gesichert werden müssen, bestätigen sie im Großen und Ganzen bereits jetzt die Erkenntnisse aus früheren experimentellen Untersuchungen, wonach Vitamin D eine Rolle bei der Aufrechterhaltung der Integrität der Darmbarriere spielt“, erklärten die Forscher. 

Literatur

Tara Raftery, Adrian R Martineau, Claire L Greiller, Subrata Ghosh, Deirdre McNamara, Kathleen Bennett, Jon Meddings, and Maria O’Sullivan, Intestinal permeability, cathelicidin and disease markers in Crohn’s disease: Results from a randomised double-blind placebo-controlled study, United European Gastroenterology Journal, June 2015; vol. 3, 3: pp. 294-302.

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